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lichen und offenen Proteſtanten brachte„ und
das er um ſo rückſichtsloſer übte, je mehr er
nach dem Ruf eines ſtrengen Eiferers für den alleinſeligmachenden Glauben ſtrebte, hatte ihm den Haß aller Proteſtanten und ſelbſt die Abneigung der gutdenkenden Katholiken zuge⸗ zogen. So lebte er einſam in ſeiner Burg, gefürchtet von den Meiſten, geachtet von We⸗ nigen und geliebt vielleicht nur von ſeiner einzigen Tochter, einem reizenden Mädchen von achtzehn Jahren, die ihrem Vateralle Opfer brachte, welche kindlicher Gehorſam und Liebe der Eltern auflegen,— nur ihren Glauben nicht.
Mehrere hundert Schritte vom Dorfe Vau⸗ vert abgelegen, ſtund einſam zwiſchen Bäu⸗ men eine freundliche Hütte— als wäre ſie abſichtlich zum Sitze ſtiller Verborgenheit er⸗ koren. Es war an einem der erſten Früh⸗ lingstage des Jahres 1702, daß zween Wan⸗ derer, querfeldein kommend, auf ſie zuſchrit⸗ ten. Sie trugen Beide die Tracht der Land⸗ leute der Provinz und unterſchieden ſich im


