Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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denn sie wünschte, ihrem Gatten zuvor Interesse für ihren Schüßling einzuflößen, eh' sie ihm dessen Ge­schichte mittheilte. Auch erwartete sie eben die An­tunft des Doctor Burke, des Regimentsarztes, der viele Jahre in Indien gelebt hatte und ihr sowohl als ihrem Gatten regelmäßigen Unterricht im Hin­dostanischen ertheilte.

Der gelehrte Gentleman ließ nicht lange auf sich warten. Lillian wurde angewiesen, sich einſt­weilen mit dem Album zu unterhalten, und der Unterricht begann.

Der Lehrer eröffnete seine Lection damit, daß er Einiges aus Kellart's Uebungsbuch vorlas und seine Zöglinge aufforderte, ihm die Worte nachzusprechen. Als Lillian die Sprachlaute ihrer Kindheit hörte, die ersten, in welchen sie ihre kleinen Bedürfnisse und Sorgen auszudrücken gelernt hatte und die ihr weit geläufiger waren, als das Englische, traten ihr Thränen in die Augen. Mit athemloser Theilnahme lauschte sie auf die Vorlesung, ohne sie zu unterbre­chen. Nach dem Vorlesen, kam das Abhören der gelernten Wörter. Sir Charles sagte seine Aufgabe fast ohne Fehler her, die Aussprache etwa ausge= nommen; nicht so Lady Bell, die letzter Zeit so beschäftigt gewesen war, daß sie sich fast keines Wortes mehr erinnerte.

Der Tag ist äußerst lieblich," sagte der Doctor englisch.

, Bohoti kubsurot," versetzte die Dame hindostanisch. " Ich freue mich, Sie zu sehen," fuhr er fort. ,, Ep bohoti meherban ho," sagte Lady Bell. ,, Danke für Ihre Höflichkeit," erwiderte der Lehrer.