Teil eines Werkes 
2. Theil (1829)
Entstehung
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fürchtete. Die Verfolgungen hörten auf, denn wir wachten über die Vollziehung des ſtill⸗ ſchweigenden Vertrags, den man mit den Einwohnern der Ebene abgeſchloſſen hatte. Wäre er gebrochen worden, ſo waren wir bereit, unſere Glaubensbrüder zu rächen und die Flamme des Kriegs neu zu entzünden. So lebten wir Jahre lang faſt in gänzlicher

Sicherheit. Unter der Hand ſpürte man Ro⸗

lands Schritten nach, denn ihn vor Allen fürch⸗ tete man. Eines Tages reitet er ganz allein, wie er oft pflegte, in das Schloß Caſtelnau; er kehrt zur Nachtzeit in das Gebirge zurück; ein Haufen Dragoner verfolgt ihn; er flieht auf ſchnellem Roſſe; von allen Seiten zeigen ſich neue Feinde. Man gibt Feuer auf ihn; ſein Pferd wird verwundet, er ſtellt ſich mit dem Rücken an einen Oelbaum; die Feinde dringen auf ihn ein; viele ſtreckt er in den Staub, bis er zuletzt unter der Zahl erliegt. Dieß war alſo das Ende des edelſten und kräftigſten Mannes, dem nur ein Thron fehlte, um einer der beſten Regenten, und ein Heer, um einer der größten Feldherrn zu wer⸗ den! ſagte Martignac ſeufzend und eine Thräne enſiel ſeinem Auge.

Der Camiſarde II. 12