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neben den Orgelpfeifen geſtanden, wenn der Organiſt zu ſpielen angefangen?“ fragte er wieder den Indianer.
„Nein,“ verſetzte dieſer.
„So verſuch's einmal. Morgen zum Beiſpiel— und du wirſt ſehen, wie jede dieſe Orgelpfeifen einen verſchiedenen Ton von ſich giebt, einige brummen, an⸗ dere pfeifen, andere ſchreien wie Conzontlis, und doch vereinigen ſich alle in eine Harmonie; warumn, weil eine einzige Kraft es iſt, die ihnen den Athem entlockt. Itzt⸗ lan, kennſt du die Kraft nicht, die unſere Caballeros in Athem verſetzt, ſo daß es ihnen aus der Bruſt auf⸗ ſteigt, und zu Worten wird?“
„Kenne ſie nicht.“
„Es iſt ein gefährliches Orgelſpiel, lieber Itztlan, aber ſie ſpielen nach ihrer Weiſe. Jeder nach ſeiner Art. Das Spiel geht hoch. Wer wird es gewinnen?“
„Das ſonderbarſte,“ fiel Federigo ein,„daß unſere Nobilitad ſich in einen Cuerpo vereinigt, eine Geſell⸗ ſchaft zur Aufrechthaltung der Gachupins und des Vi⸗ rey, den Niemand mehr mag.“
„Das iſt ſonderbar,“ verſetzte der Mayor domo mit einem einfältig ſchlauen Lächeln.„Tröſtet euch aber, Itztlan und Federigo, es hat einen Haken.”
„Wollte die heilige Jungfrau, er wäre ſo ſtark und lang, daß alle ſechzigtauſend Gachupins daran gehängt werden könnten.“


