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vertheidigt worden,— für unſer ernſt politiſches Wirken und Leben dürfte es ſchwer ſein, ein ſo tolles Gewirre ra⸗ ſenden Uebermuthes und ſtupider Feigheit, kraſſen Des⸗ potismus und frecher Zügelboſigkeit, unerträglicher An⸗ maßung, und niedriger Preisgebung der heiligſten ange⸗ bornen Rechte auch nur möglich zu denken; denn es ge⸗ hört wirklich die Vereinigung all der Uebel dazu, die dem Menſchen ſeine Würde rauben, und ihn allmälig zu wenig mehr denn einem Thier herabwürdigen, um ſolche Charakter und Scenen zu verwirklichen; eine Vereini⸗ gung, die wir, trotz aller Klagen, auch nicht im entfern⸗ teſten zu dulden hatten. Nein, ſo drückend auch die An⸗ maßungen waren, über welche die Väter der neuen Frei⸗ heit, und wir mögen kühn behaupten, der Wiedergeburt des Menſchengeſchlechtes, zu klagen hatten, ſo waren ſie doch noch wahre Wohlthaten im Vergleiche mit den fürchterlichen Uebeln, die das Nachbarland ſeit Jahrhun⸗ derten erduldet hat. Uebeln, die aber auch, die Wahrheit zu geſtehen, zu den unſere Vorfahren bürdenden Laſten ganz in demſelben Folgenverhältniſſe ſtanden, welche die friedlich⸗ ruhige Beſitznahme eines unwirthbaren von Niemanden rechtmäßig angeſprochenen Bodens, und hin⸗ wiederum die Eroberungen eines Cortez oder Pizarro nothwendig nach ſich ziehen mußten.
Wenn ruhig⸗friedliche und freiheitsſtolze, auf ihre angebornen Rechte eiferſüchtige, und durch politiſche oder religiöſe Verfolgungen in ihrem Vaterlande bedrängte


