Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1834)
Entstehung
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Aber es iſt nicht artig ſo herumzuwandern, und die

lieblichen Demoiſelles allein zu laſſen. Wir haben denn beſchloſſen, unſern Thee en famille zu nehmen. Mon⸗ ſieur Menou jedoch hält ſich zu ſeinem Chambertin. Und ich gedenke beide zu verſuchen. Sie, ich meine die De⸗ moiſelles, ſind wirklich ganz nette Geſchöpfe, ſo heiter, ſo lebendig; ihre Zungenfertigkeit iſt ganz einzig, und ihr naives Geplapper möchte einen Miſanthropen zum Lachen bringen. Aber es gibt Momente, wo man nun einmal trübegelaunt ſein muß, Momente, wo das Ge⸗ müth von einer Windſtille niedergedrückt iſt, einer Wind⸗ ſtille, ſo lähmend und entnervend wie die, welche im heißen Auguſt nach einem weſtindiſchen Orkane eintritt. Das Bischen Vernunft, umhergetrieben und gelähmt im vorhergegangenen Sturme, iſt erſchöpft, der Körper ſelbſt hat ſeine Kraft verloren, und die Ruhe, die ein⸗ tritt, iſt die unleidentlichſte Pauſe, ein ekelhafter Still⸗ ſtand. Jedes Objekt berührt dann unſere Sinne unan⸗ genehm, und unſer Verſtand erliegt hülflos wie das Schiff, das, auf ſeine Beamſenoͤs von den rieſig an⸗ ſchwellenden Wellen geworfen, ſich nur allmälig oder gar nicht zur Thätigkeit aufrichtet. Ich war juſt in dieſer Lage. Nie hatte mich oder vielmehr meine Eigenliebe Schlag auf Schlag ſo getroffen erſtens dieſe tolle Liebe,