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böſe ſeyn konnte.„Das iſt unedel, Arthurine“, ver⸗ ſetzte die bitterböſe Margareth.
„Siſſi, Siſſi“, bat das Schweſterchen, und ſie flog an Magareth heran, und ſchlang ihre Alabaſterhände um ihren Nacken, und herzte und ſchmeichelte ſo lieblich, daß Margareth mit Thränen im Auge ſie umſchlang. Wer ſo das Mädchen ſah, wie ſie ätheriſch hinflog, mit ihren Füßchen den glänzenden Teppich kaum berüh⸗ rend, der hätte ſchwören ſollen, ſie ſei ein Luftgebilde. Sie war zum Malen ſchön. Schlank wie ein Rohr und nicht viel dicker. Man konnte ſie mit ſeinen zehn Fingern umſpannen. Jedes Gliedchen zuckte wie Queck⸗ ſilber. Händchen und Füßchen im niedlichſten Ebenmaße und ein Geſicht ſo zart, von Lilien und Roſen ange⸗ haucht, und das lichtblonde Köpfchen, und die hell⸗ blauen, runden, klaren Schelmenaugen voll reiner Klarheit. Man hüätte ſie freſſen mögen.
„Ach des Jammers“, ſeufzte die um zwei Jahre ge⸗ reiftere Margareth.„Nein, dieſer gemeine Menſch, ſo roh und ſo felbſtſüchtig ſich zwiſchen mich und den edeln Staunton einzudrängen! Er wird mir das Herz ab⸗ drücken.“
„„Nun Siſſi, das weiß ich eben nicht”“, verſetzte Arthurine. Moreland, du weißt, iſt volle fünf Mal


