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hohe Stirne und— die Augen waren beſonders ſchön, es blitzte ein Feuer in dieſen Augen, das wahrlich nicht beſtimmt zu ſeyn ſchien, hier am Red⸗River zu verglühen. Sein ganzes Weſen drückte, ſo viel er ſich auch Mühe gab, es zu verbergen, etwas militäriſch Gebietendes aus. Es war eben dieſes gebietende Weſen, das mich bewogen hatte, den jungen Mann, der etwa dreißig ſeyn mochte, ein wenig kalt zu be⸗ handeln. Wir erlauben nicht leicht, oder vielmehr nie, Fremden, ſich in unſerm Lande airs zu geben; die Ergebung jedoch in den leiſe ausgeſprochenen Willen ſeines herrlichen Weibes hatte den übeln Ein⸗ druck einigermaßen verwiſcht. Ich achte den Mann, der ſein Weib liebt. 1
„Und iſt wirklich keine Gefahr?“ fragte mich das Engelsköpfchen, die Donna nämlich. Ich verſicherte ſie, daß keine ſey. Sie flüſterte ihm einige Worte zu, und er, ihre Hand küſſend, bat nochmals, uns begleiten zu dürfen. Die zwei ſonderbaren Leutchen hatten ſich auch bei Tiſche beinahe ausſchließlich nur mit einander beſchäftigt, und es ſchien ihm gewiſſer⸗ maßen eine Anwandlung von Eiferſucht aufzuſteigen, wenn die Donna ſich mit Julien oder Louiſen länger


