Teil eines Werkes 
1. Theil (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

201

Luſt die Hoͤhle eines Raͤuberhaͤuptlings zu be⸗ ſuchen, hatte er die Reiſe unternommen; die Nacht war vorgeſchritten; ſein Bedienter von ihm entfernt worden. Welche Menge von Umſtaͤnden, die eine von Natur mit dem Wun⸗ derbaren ſo befreundete Einbildungskraft in Thaͤ⸗ tigkeit bringen konnten! Wenn er auch fuͤr ſein Leben nichts befuͤrchten zu duͤrfen glaubte, ſo wußte er doch nicht, was aus ihm werden ſollte.

Was mit ſeinen hohen Romanbegriffen ſchlecht uͤbereinſtimmte, war der Endzweck die⸗ ſer gefahr⸗ und muͤhvollen Fußreiſe. Ach! um die Kuͤhe des Barons wieder aufzuſinden. Welch ein Abſtand! Er ließ traurig den Kopf ſinken, ward aber bald durch ſeinen Gefaͤhrten aus ſeinen Traͤumereyen gezogen, der ihn leiſe mit dem Finger anſtieß, und bedeutete, ſich umzuſehn:Da! da! Haven! ſagte er.

Eduard ſah ein ſchwaches Licht in der Ferne, das bald an Glanz und Umfang zunahm, und am Horizonte hin zu gleiten ſchien. Als er dieſes Phaͤnomen betrachtet hatte, glaubte er das Geraͤuſch von Rudern zu vernehmen. Dieſer Lerm nahm mit jedem Augenblicke zu, bis er ganz empfindlich ward; er hoͤrte zugleich ein ſtarkes Pfeifen, welchem der Arttraͤger ſogleich