bloße Gelegenheitsſchrift, heißt es daſelbſt, welche, wenn die Gelegenheit voruͤber iſt, ihren Werth verliert, ſondern eine Lebensheſchreibung, welche, allen Verchrein wahrer Lebensweisheit, Froͤmmigkeit und praktiſcher Tuͤchtigkeit zu empfehlen iſt. Aber anch in literariſcher Hinſicht verdient ſie eine Aufmerkſamkeit, welche ihr bisher noch nicht ſcheint zu Theil geworden zu ſein. Sie zeigt uns ein Stilleben voller Erbaulichkeit und charakteriſtiſcher Zuͤge, daß ſie mitunter an Jean Pauls Fiebel erinnert. In unſeren Tagen, wo der Pie⸗ tismus an der Tagesoroͤnung iſt, zeigen uns die aus Heims Tagebuche entlehnten Stellen, einen recht ſchlagenden und er⸗ bauenden Gegenſatz zwiſchen der auf tuͤchtige Lebensanſicht gegruͤndeten Froͤmmigkeit und der falſchen Froͤmmelei, die mit Worten zufrieden iſt.“.
Pleiſt, Kwald Chriſtian von, ſaͤmmtliche werke. 2 Baͤnde. gr. 8. Einzige nach dem Griginal abgedruckte Ausgabe, mit 2 Rupfern von Meno aas und Jury. Au gegl. Velinpapier 4 Athlr. auf Druckpapier 1 Rthlr. 2 gr. 34
Dieſe ſchoͤne Ausgabe der Werke des liebenswuͤrdigen Dichters, enthaͤlt zugleich eine, aus ſeinen Briefen an Gleim ungeſucht hervorgehende Lebensbeſchreibhung und Charakter⸗ ſchilderung Kleiſts, die uns bis an ſeinen Heldentod fuͤhrt. Zu einem gewiß angenehmen Geſchenk, iſt fie beſonders ge⸗ eignet.


