Teil eines Werkes 
1. Band (1825)
Entstehung
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Erſt ſchneidet Euch einen Dornſtock ab.

Bertram wußte nicht, was dies zu bedeuten habe; da er aber ſah, daß wirklich jeder Leidtragende einen derben und ſtarken Knuͤttel in der Hand trage, ſo ſprang er, ohne wei⸗ ter nach dem Grunde zu fragen, in das naͤchſte Gebuͤſch und ſchnitt ſich den erſten beſten Aſt mit ſeinem Taſchenmeſſer ab, ein Aſt, welcher aber zufaͤllig ſo groß und keulenartig war, daß Bertram ſelbſt jetzt eher einem wilden Manne, wie ihn die Heraldiker abbilden, als einem frommen und fried⸗ lichen Leidtragenden aͤhnlich ſah. Mit dieſem Stocke, wel⸗ cher fuͤr ihn mehr eine Laſt als Stuͤtze war, eilte er dem Zuge nach, und traf gluͤcklich ſeinen angewieſenen Platz und einen ſtumm und ſteif einyerſchreitenden Nebenmann. Auf ſeine ganz leiſe Frage, ob es eine Waͤliſche oder Franzſiſche Ceremonie ſei, nach welcher die Perſonen im Leichengefolge Dornſtioͤcke tragen muͤßten, erhielt er nur die hervorgebrummte Antwort:

Das geſchieht, weil viel Hunde in der Naͤhe ſind, und die Hunde ſchlaͤgt man in aller Welt mit Knuͤtteln todt.

Bertram mußte ſich mit dieſer duͤrftigen und zweifelhaf⸗ ten Auskunft begnuͤgen, und ſchritt an der Seite ſeines Ne⸗ benmannes, aus deſſen tiefgebeugter Stellung und duͤſterm Weſen er ſchloß, daß es ein naher Verwandter des Todten ſei, ruhig mit dem Zuge fort. So lange man das Meer erblicken konnte, herrſchte in der That eine Todtenſtille in dieſem Tod⸗ tenzuge; als ſie aber ein kleines, von ſanften Anhoͤhen um⸗

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