Teil eines Werkes 
1. Band (1825)
Entstehung
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jetzt allmälig in etwas beſchwichtigt iſt. Waͤhrend früher von einzel⸗ nen Parteihäuptern der Whigs, auch zum Theil von Torys, die Vor⸗ ſchläge zur mehreren oder minderen Reform des Parlaments ausgingen, 2 lebte dieſer Vorſchlag von jetzt an nur nuter der geringern Claſſe, wel⸗ che nur wenige und bedingte Stim men im Parlamente für ſich hatte, dagegen ihre Kehlen in den aller Orten gehaltenen Volksverſammlun⸗ gen laut werden ließ. Während im Parlamente Sir Francis Bur, det verlangte, daß jeder einundzwanzigjähriger Britte eine Stimme bei der Wahl der Volksrepräſentanten haben ſolle, wollte der Volksredner Hunt, daß ſchon jedem achtzehnjährigen Britten dies Recht zuſtehe. Es würde ermüden und unſerm Autor vorgreifen heißen wollten wir bier alle überſpannte, thörige, zum Theil aber auch vernünftige Grund⸗ ſätze der Reformer aufführen, welche von ihren Rednern überall gepre⸗ digt wurden.

So viel ſcheint gewiß, daß der immer größer werdende Anhang dieſer Reformer, welche auch Radicalreformer, oder bloß Radicale ge⸗ nannt wurden, die Miniſter obgleich verſchiedene Oppoſitionsmän- ner, und wie es ſcheint, nicht ganz grundlos, ihnen vorwarfen, ſie bätten ſelbſt durch niedrige Unterhändler das Volk angereizt, um nach⸗ her deſto ſchärfere Maaßregeln nehmen zu können, in Schrecken ſetzte. Theilweiſe ſogar von Whigs unterſtitzt, gingen deshalb im Parla⸗

mente mehrere ſehr drückende Reſtrictivmaaßregeln, von ihnen in An⸗ trag gebracht, durch, als: Verbot aller Volksverſammlungen ohne Er⸗ laubniß des Sberif, eine Stempeltaxe auf Volkszeitungen, der Befehl, gewiſſe Waffen einzuliefern, Aufhebung der habeas corpus-Acte und ſo weiter, meiſtens auf fünf Jahr.