Standesunterſchied ausgleichend, dem verſpaͤtete n Wanderer ſo angenehm konimt— waͤre auch ſein Fuͤhrer der roheſte Sacktraͤger— war indeſſen hier nicht zu denken. Die Alte ſprang zuweilen, wie ein d Szuler in alter Zeit mag geſprun⸗ gen ſein, und ſchlich dann auf Momente, grade wie der Sturm der Phantaſie und der Gedanken ſie mehr oder min⸗ der ſtark bewegen mochte. Mitunter ſang ſie auch ein Lied⸗ chen, meiſt aber in der unverſtaͤndlichen Syrache, welche Ber⸗ trams Neugier einſt erregt hatte, und die keine andere als die Waͤliſche ſein konnte.
Das Moor war laͤngſt uͤberſchritten, als ihr Weg huͤgel⸗ auf, huͤgelab, ein Zeichen des Gebirgsanfanges, ging. Mit den immer bedeutender werdenden Hoͤhen, ward auch der Weg beſchwerlicher, und fuͤhrte oft laͤngs kleinen Gebirgsbaͤ⸗ chen, die durch harte Felſen eine Bahn ſich gebrochen hat⸗ ten, oft in denſelben fort. Wenn auch laublos, ſo verbarg doch das dichte Strauchwerk ſelbſt den letzten Tagesſchim⸗ mer; und Bertram glaubte mehr als einmal ſeine Fuͤhrerin, welche ſich ganz und gar nicht um ihn bekuͤmmerte, ja ver⸗ geſſen zu haben ſchien, daß er ihr folge, und mit ihr zugleich den Weg verloren zu haben. Indeſſen gewannen ſie bald, nach einigem anſtrengenden Steigen, eine hoͤhere Gebirgs⸗
flaͤche; Bertram bemerkte aber zu ſeinem Schrechen, daß auch
hier die Dunkelheit ſchon weit vorgeſchritten ſei, und es ihm — ohne die zufaͤllig aufgefundene Wahnſinnige— wuͤrde un⸗ moͤglich geweſen ſein, nach dem Orte ſeiner Beſtimmung zu


