Teil eines Werkes 
2. Band (1825)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Das Weib hatte bei dieſer ſchildernden Declamation die Haͤnde geballt, und glich einer Zaubrerin, welche die Geiſter herauf beſchwoͤrt. Aber angegriffen von dem ſteigenden Affeete ſank ſie ploͤtzlich wieder zuſammen und bedeckte ihr Geſicht, ohne zu ſprechen und ohne zu weinen. In Bertram ſtritten Mitleid und Furcht; che er ſich jedoch entſchließen konnte, was er thun ſolle, erhob ſie ſich wieder und ſprach mit pathe⸗ tiſchem Tone:

Die Sterne haben meinen Fluch mit Flammenſchrift am Himmel geſchrieben, da kann kein Menſch hinauf an den blauen Aether langen und nur einen Buchſtaben herausrei⸗

Fen. Sie wollten ihn neulich in London auf's Geruͤſt brin⸗

gen, er aber entſprang, denn in Powisland ſoll er haͤngen, an dem Steine, an dem Eiſen, wo mein Sohn hing. Ich habe Perlen, eine Perlenſchnur, wie ſie kein Koͤnig bezahlen kann, denn mein Sohn trug ſie um den Hals da oben: die Perlen⸗ ſchnur bewahre ich und trage ſie auch um den Hals, bis ich ſie dem Niklas gebe. Das wird ihn recht zieren und ſchmuͤk⸗ ken, juchheißa!

Bertram, um den ſteigenden Wahnſinn des Weibes in einer Richtung, welche ihm furchtbar war, zu ſtoͤren, fragte ſie ſchnell: Kannſt Du mir den Weg nach Kloſter Griffith ap Gauvon zeigen?

Ungluͤckskind! rief ſie, wie von einem Gedanken bewegt und zum Mitleiden geneigt, aus was willſt Du in Dein Verderben gehn? Dir hab' ich ja nicht den Untergang ge⸗