37 gen, welche ihre Unruhe und ihren Schrecken be⸗ weiſen.
Es ſcheint, daß die menſchliche Natur, wenn ihre urſpruͤnglichen Reigungen ſorgfältig ausgebildet wer⸗ den, auch bei denſelben Anläſſen etwas von jener in⸗ ſtinktmäßigen Vorahnung beſitzt, welche den niederen Geſchöpfen das Herannahen des Sturmes offenbart. Die Ausbildung unſrer geiſtigen Fähigkeiten ſollte viel⸗ leicht nicht ſo weit gehen, um uns gaͤnzlich dieſe na⸗ türlichen Empfindungen vernachläßigen oder geringſchä⸗ tzen zu laſſen, welche die Vorſehung in uns als Wachen geſtellt hat, um uns von den uns drohenden Gefahren zu benachrichtigen.
Dennoch iſt dieſes Gefuͤhl nicht gänzlich in unſerer Seele vernichtet; und die Vorahnungen, welche uns auf traurige oder erſchreckliche Reuigkeiten vorberei⸗ ten, gleichen gewiſſermaßen den Wahrſagungen der Parzen, es ſind Wolken, welche einen Sturm in der moraliſchen Welt verkünden.
An dem verhängnißvollen Tage, welcher dem Zwei⸗ kampfe des Cäſars mit dem Grafen von Paris vor⸗ hergehen ſollte, liefen in der Stadt Conſtantinopel die widerſprechendſten und zugleich traurigſten Gerüchte. Eine geheime Verſchwoͤrung war, wie man ſagte, im Begriffe auszubrechen: Die Kriegesfahne ſagten An⸗ dere, ſollte in der unglücklichen Stadt geſchwungen werden; aber man vermochte nicht die Urſache davon zu bezeichnen, noch zu vermuthen, von welcher Art


