Teil eines Werkes 
4. Theil (1832)
Entstehung
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35 Würdiger Agelaſtes, ich wage mich auf dich bei die⸗ ſer ſchwierigen und etwas gefaͤhrlichen Angelegenheit zu verlaſſen, aber ich werde meinen Vorſatz ausführen ihnen die Salomoniſchen Löwen zu zeigen, ſowie den goldenen Baum unſeres Kaiſerhauſes.

Dagegen iſt keine Einwendung zu machen. Nur möge Ew. Maj. daran denken, ihnen nur eine kleine Zahl Wachen zu zeigen, denn dieſe Franken gleichen einem feurigen Streitroſſe. Wenn es ruhig iſt, ſo kaun man es mit einem ſeidenen Faden leiten, dage⸗ gen vermöchte kein ſtählerner Zaum es zurückhalten, wenn es Verdacht oder Argwohn geſchöpft hat, was die Franken ohne Zweifel thun würden, wenn ſie viele bewaffnete Leute um ſich herum ſähen.

Ich werde in dieſem Punkte ſo klug als in anderen ſeyn, ziehe die ſilberne Schelle, Agelaſtes, um die Diener unſerer Garderobe zu benachrichtigen.

Noch ein Wort, ſo lange wir allein ſind; wollte Ew. kaiſerl. Maj. mir die Aufſicht über den Thier⸗ garten oder die Sammlung ſeltener Thiere anver⸗ trauen?

Du überraſcht mich, ſagte der Kaiſer, und nahm ein Pettſchaft, worauf ein Loͤwe mit der Unterſchrift ſtand:Es ſiegte der Löwe aus dem Stamme Juda. Dieſes giebt dir den Befehl über unſere Thierſamm⸗ lung. Und jetzt ſey einmal aufrichtig gegen deinen Herrn; denn Täuſchung iſt dein Element, ſelbſt gegen

W. Scott's ſaͤmmtl. Werke. 1668 Boch. 5