1¹9
zeine vollkommenere Schweſter hätte er wohl erhalten ⸗ aber nicht leicht eine gefunden, die ihn mehr iebt.“
„Ich meinte,— ich meinte nur——,“ ſagte der junge Advokat, der fuͤr einen Augenblick die Faſſung ver⸗ loren hatte;—„ich wollte nur fragen, wo Darſie Latimer in dieſem Augenblick iſt?“
„In dieſem Hauſe und unter der Aufſicht meines Oheims, dem ihr meines Wißens von einem Beſuche bei Eurem Vater her unter dem Namen Mr. Herries von Birrenswork kennt.“
„Laßt mich zu ihm eilen,“ ſagte Fairford;„ich habe ihn durch Schwierigkeiten und Gefahren geſucht, — ich muß ihn gugenblicklich ſehen.“
„Ihr vergeßt, daß Ihr ein Gefangener ſeyd,“ ſag⸗ te die junge Dame.
„Wahr, wahr, aber ich kann nicht lange gefangen ge⸗ halten werden, der angefuͤhrte Grund iſt zu kächerlich.“
„Ach,“ ſagte Lilias,„unſer Schickſal,— meines Bruders und das meinige haͤngt von den Verathungen vielleicht einer kleinen Stundeab. Fur Euch, Sir, fuͤrchte ich nichts als einige Beſchraͤnkung Eurer Frei⸗ heit; mein Oheim iſt weder grauſam noch ungerecht, obgleich wenige in der einmal ergriffenen Sache ſo weit gehen werden.“
„Und das iſt die des Prätend———
X
„Um Gottes Willen ſprecht leiſer!“ ſagte Lilias, die
Hand nach ihm ausſtreckend, als wollte ſie ihn zuruckhal⸗ ten.„Das Wort kgnn Euch das Leben koſten. Ihr kennt in der That die Schrecken unſerer jetzigen Lage nicht, und Euch hat wohl nur die Freundſchaft für meinen Bruder hineingeführt.“
„Ich kenne allerdings die einzelne Umſtaͤnde unſerer Lage nicht,“ ſagte Fairford;„aber mag die Gefahr ſeyn, welche ſie will, ich werde den Antheil daran, den ich um meines Freundes willen nahm,(mich nicht gereuen laſ⸗ ſen,) oder um der Schweſter meines Freundes willen,“


