15
Kehrt wurde, wie gefaͤhrlich es ſeyn wuͤrde, ihm zu widerſprechen. Ich will Euch den Umſtand erzählen, denn Ihr werdet daraus beſſer, als aus irgend etwas anderem, was ich von ſeiner Keckheit und Schwaͤrme⸗ rei anfuͤhren koͤnnte, ſeinen romantiſchen und ent⸗ ſchloſſenen Charakter kennen lernen.“
„Ich hatte mich manches lange Jahr im Kloſter befunden, da wurde ich zu einer hagern, alten, ſchot⸗ tiſchen Dame von hohem Rang, der Tochter eines unglucklichen gebracht, deſſen Haupt im Jahr 1745. im Temple-Bar aufgeſteckt worden war. Sie lebte von einer kleinen Penſion vom Franzoͤſiſchen Hofe und ge⸗ legentlichen Geſchenken der Stuarts, wozu das jaͤhrli⸗ che Koſtgeld, das fuͤr mich bezahlt wurde, einen wuͤn⸗ ſchenswerthen Beitrag bildete. Sie war weder ubel⸗ launiſch noch geizig, ſie ſchlug mich nicht, und ließ mich nicht faſten, aber ſie war ſo vollkommen von Rang⸗ ſucht und Vorurtheilen eingenommen, ſo furchtbar grundlich in der Genealogie, und ſo ſchneidend bitter in Sachen der brittiſchen Politik, daß ich oft dachte, es ſey Schade, daß die Hannoperaner, welche ihrem gewoͤhnlichen Ausdruck zu Folge ihren armen thenern Pater ermordet hatten, ſeine theure Tochter im Lan⸗ de der Lebendigen lieſſen. Deßhalb war ich erfreut, als mein Oheim erſchien, und mir plotzlich fein Vor⸗ haben ankuͤndiate, mich nach England zu fuͤhren. Mei⸗ ne ausſchweifende Frende bei dem Gedanken, Lady Rachel Rougedragon zu verlaſſen, wurde etwas gentä⸗


