Teil eines Werkes 
19. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 5. Bändchen (1826)
Entstehung
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vollem Maaße fühlten. Beide beſaßen ein betraͤchtli⸗ ches Vermoͤgen, das durch unſers Vaters Heurath noch betraͤchtlich vermehrt wurde, und beide hatten ſich dem Dienſt des ungluͤcklichen Hauſes Stuart ge⸗ widmet; aber Familien-Rückſichten wuͤrden, wie unſre Mutter wenigſtens glanbte, ihren Gatten zuruͤckgehal⸗ ten haben, an den Scenen des Jahrs 1745. offenen Antheil zu nehmen, hätte ihn nicht der große Einfluß, welchen der juͤngere Bruder durch die entſchiedenere Energie ſeines Charakters uͤber den aͤltern beſaß, zu dieſem Unternehmen fortgeriſſen.

Als nun das Unternehmen zu dem ungluͤckſeli⸗ gen Ausgang kam, der unſerm Vater ſeines Lebens beraubte und ſeinen Bruder zum Eril verurtheilte, floh Lady Redgauntlet aus dem Norden Englands, entſchloſſen, alle Verbindung mit der Familie ihres Gemahls, beſonders aber mit ſeinem Bruder, abzu⸗ brechen, da ſie dieſelben wegen ihres unſinnigen poli⸗ tiſchen Fanatismus als die urſache ſeines fruhzeitigen Todes betrachtete, und beſchloß, uns beide in den Ge⸗ ſinnungen der Anhaͤnglichkeit an die herrſchende Dynaſtie aufzuziehen. Vielleicht war ſie zu raſch in dieſem Ent⸗ ſchluß, zu furchtſam aͤngſtlich einem mit uns ſo nahe verbundenen Verwandten, als unſers Vaters einziger Bruder war, wo moͤglich auch den Ort zu verbergen, wo wir uns befanden. Doch muͤßt Ihr auch das be⸗ denken, was ſie gelitten hatte. Sieh, Bruder, ſagte ſie, den Handſchuh abſtreifend,ieſe fuͤnf Blutflecken