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„Hier iſt von keiner Furcht die Rede,“ verſette Nigel, ſich ſchamend der Deutung die ſie ſeiner vor⸗ uͤbergehenden Bedenklichkeit gab, und die allerdings
aus einem Abſcheu vor jenem ſchrecklichen Anblicke entſprang,— einem Abſcheu, der oft hochherzigen
keine wirklichen Gefahren ſcheuenden Gemuͤthern ei⸗ gen iſt.„Ich will euer Geſchaͤft nach eurem Ver⸗ langen ausfuͤhren; aber ihr duͤrft, ihr ſollt nicht in jene Zimmer gehen.—
„Ich kann, ich will!“ erwiederte ſie.„Ich bin gefaßt, und ich will euch zeigen, daß ich es bin.“ Damit zog ſie eine unvollendete weibliche Ar⸗ beit hervor, und fädelte Seide in eine feine Näh⸗
nadel.
„Haͤtte ich dies thun koͤnnen,“ fragte ſie mit einem Läͤcheln, welches ihre Geſichtszuͤge noch ab⸗ ſchreckender machte, als ihr vorheriger verzweiflungs⸗ voller Blick war;—„haͤtte ich dies thun koͤnnen, ohne eine feſte Hand und ein gefaßtes Gemuͤth zu haben?“
Hierauf ging ſie raſchen Schrittes Nigeln voran auf ſein Zimmer, und die geheime Treppe hinab, mit ſolcher Schnelligkeit als ob ſie fuͤrchtete, die Ent⸗ ſchloſſenheit moͤge ihr ſehlen, bevor ihr Vorhaben ausgefuͤhrt ſey. Am Fuß der Treppe weilte ſie einen Augenblick vor dem Eintritt in das verhaͤngnißvolle Zimmer, eilte dann mit beflügelten Schritten durch
daſſelbe ins Schlafgemach, wohin ihr Nigel auf dem


