13
„Vielleicht moͤchtet ihr ihn gern entkommen laſſen,“ verſetzte Martha, indem ſie ihn mit ſnle Blicke ſcharf ins Auge ſah.
„Auf Chre,“ erwiederte Hildebrod,„hing' es von mir ab, ſo ſollte der verdammte Halsabſchneider ſo hoch als Haman baumeln, allein er hat, wie ihr wißt, Freunde unter uns; und Alle, die mir bei ſeiner Verhaſtung helfen muͤßten, ſind ſo betrunken, als Bierfiedler.
„Ich fordere Rache,“ fiel Martha ein;„und huͤtet euch, euren Scherz mit mir zu treiben!“
„Scherz! Lieber wollte ich mit einer aufgehetz⸗ ten Bäͤrin ſcherzen. Seyd ruhig Miß, wir wollen ſeiner ſchon habhaft werden, ich kenne alle ſeine ge⸗ woͤhnlichen Gaͤnge, die er nicht lange meiden kann; und will ihm Fallſtricke legen. Ueberhaupt kann es euch, Miß, nicht fehlen, Gerechtigkeit zu erlangen, denn ihr habt die Mittel dazu in Häͤnden.“
„Wer mir zur Rache behuͤlflich iſt, ſol ſeinen
Antheil an dieſen Mitteln haben.“
„Genug geſagt;“ erwiederte Hildebrod;„und jetzt wollte ich, daß ihr in mein Haus ginget und etwas Warmes zu euch nehmet; es wird euch ſo al⸗ lein hier im Hauſe oͤde und ſchauerlich ſeyn.“
„Ich will zur alten Aufwaͤrterin ſchicken,“ er⸗ wiederte Martha,„auch haben wir ja den fremden Gentleman.“


