Teil eines Werkes 
2. Band (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

300

Schon war es ſpaͤt in der Nacht, und immer noch hatte Nigel das Buch in der Hand, als der Ta⸗ petenbehang an der Wand hinter ihm, gegen die Mauer ſchlug und die Flamme des Lichts, bei deſſen Scheine er las, von einem in Zimmer ſich erhebenden Zugwinde bewegt ward. Nigel fuhr vom Stuhle auf, und wandte ſich, auſgeregt von dem Inhalt ſei⸗

ner Lectuͤre, der in jenen Zeiten als noch ein gewiſ⸗

ſer Grad von Aberglauben als Religionspunct einge⸗ ſchaͤrft ward, von groͤßerer Wirkung war, als in un⸗ ſern Tagen. Man denke ſich daher, mit welchen Em⸗ pfindungen Nigel, als er ſich umwandte, die geiſter⸗ bleiche, hagre Geſtalt des alten Trapbois noch ein⸗

mal vor ſich ſtehen ſah, ausſtreckend die knoͤcherne

Rechte nach dem Tiſche, wo ſeine Waffen lagen. Ueberzeugt, daß dieſe unzeitige Erſcheinung, etwas Böſes gegen ihn beabſichtige, ergriff er ſein Schwert, entbloͤßte es und ſetzte dem Alten die Spitze auf die Bruſt, mit der ernſten Frage:was er in dieſer mitternäͤchtlichen Stunde in ſeinem Zimmer zu ſchaf⸗ ſen habe? Ohne Furcht oder Befremden zu zeigen, antwortete der Alte, nur in abgeriſſenen Worten: lieber wolle er ſein Leben als ſein Eigenthum ver⸗ lieren. Nigel in groͤßter Verlegenheit, was er von den Beweggruͤnden dieſer Erſcheinung denken und noch weniger, wie er ihrer los werden ſollte, ver⸗ ſuchte noch einmal, den Alten auf die vorige Weiſe