Teil eines Werkes 
2. Band (1822)
Entstehung
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XXI1I

welche ſich gegen ſolche Ueberſchwemmungen, von deneu Sie reden, erheben läßt, iſt die, daß ſie die Lumpen vertheuern. Die Menge der herauskommenden Buͤcher ſchadet der Mitwelt nicht, und kann der naͤchſtfolgenden Generation großen Vortheil bringen. Capitain. Ich ſehe nicht ein, wie das zuge⸗ hen ſoll. Verfaſſer. Zu den Zeiten Eliſabeths und Jacobs eklagte man ſich eben ſo ſehr als jetzt uͤber die beunruhi⸗ gende Fruchtbarkeit der Preſſe; und dennoch, be⸗ trachten Sie nur die Ufer, welche in jenem Zeitalter uͤberſchwemmt wurden; ſie gleichen jetzt dem uͤppigen Strande des Feenreichs, beſtreut mit großem Schmuck Von Edelſtein und Perlen hohen Werths, Wo aller Sand mit Golderz iſt vermiſcht. Glauben Sie mir, das naͤchſtfolgende Jahrhundert wird ſelbſt in den vernachlaͤſſigtſten Werken des jetzigen Schaͤtze entdecken.

Capitain. Einige Buͤcher werden aller Alchymie

Trotz bieten.

Verfaſſer. Ihrer werden nur wenige ſeyn; denn Schriftſteller ohne alles Verdienſt, ausgenommen dieje⸗ nigen, die ihre Werke auf eigne Koſten drucken laſſen, werden ihre Macht, dem Publicum laͤſtig zu fallen, bald durch die Schwierigkeit, Verleger zu finden, beſchraͤnkt ſchen. Sie ſind der Beſſerung unfaͤhig. Hat denn Ihre Kuͤhnheit keine Grenzen?

Verfaſſer. Es giebt noch die geheiligten und ewigen Grenzen der Ehre und Tugend. Mein Lauf gleicht Britomarts bezauberten Gemächern,

wo über jeder Thüre ſtand geſchrieben,

Sey kühn, ſey kühn, und allenthalben: kühn;

Doch zeigte ſich am Ende dieſer Reihe

Von Zimmern eine and're Thür von Eiſen,

Woran geſchrieben ſtand: Sey nicht zu kühn!

Capitain. Wohlan denn, ſo moͤgen Sie ſelbſt die Gefahr der Befolgung ihrer Grundſätze tragen.