———
Verfaſſer. Freilich wuͤrde es erniedrigend ſeyn,
den Gewinn zum ausſchlieslichen, oder nur zum Haupt⸗
beweggrund literariſcher Thätigkeit zu machen. Ja, ich behaupte ſogar, daß kein Wert der Einbildungskraft, wel⸗ ches dirſem Beweggrunde ſeinen Urſprung verdankt, je⸗ mals Erfolg hatte, oder haben wird. So wird auch der Sachwalter, der Soldat, der Arzt, der Geiſtliche, der ſeinen Beruf ohne Eifer für die Würde deſſelben, und lediglich in Betracht ſeines Lohns treibt, hiedurch in die Claſſe gemeiner Handwerker herabgeſetzt. Deshalb be⸗ trachten auch wenigſtens zwei der gelehrten Fakultäten ihre Dienſtleiſtungen als unſchatzbar, und bezeichnen die Anerkennung derſelben, durch das Wort honorarium oder eine freiwillige Recognition. Mache aber ein Client oder Patient den Verſuch, die kleine Ceremonie des Ho⸗ norartuins zu unterlaſſen und ſehe dann, wie der gelehrte Herr ſeine Sache wahrnimmt. Eben ſo geht es auch mit literariſchen Emolumenten. Kein vernuͤnftiger Mann,
ſo vornehm er auch ſeyn mag„haͤlt es, oder ſollte es un⸗
ter ſeiner Wurde halten, eine billige Vergutung ſeiner Zeit und einen rechtmaͤßigen Antheil des Capitals anzuneh⸗ men, deſſen Exiſtenz blos ſeiner Thatkraft zu verdanken iſt. Als der Czar Peter in den Laufgraͤben arbeitete, ließ er ſich den Sold des gemeinen Soldaten ausbezahlen: und die ausgezeichnetſten Edellente, Stnatsmaͤnner und Gottesgelehrten aller Zeiten, trugen kein Bedenken, ſich wegen der von ihnen herausgegebenen literariſchen Er⸗ zeugniſſe mit ihrem Buchhaͤndler zu berechnen. Capitain.(Singend:) unmöglich kann's was Schlechtes ſehn, Sonſt ging der Adel nicht d'rauf ein;
und wenn es gar'ne Sünde wär', Liebt' es der Prieſter nicht ſo ſehr⸗
Verfaſſer. Sehr wahr, aber kein Mann von Ehre, Genie, oder Geiſt wird Liebe zum Gewinn zum auptſäͤchlichen, viel weniger zum einzigen Zweck ſeiner literariſchen Arbeiten machen. Was mich betrifft, ſo mißfaͤllt es mir keinesweges, dieſe Beſchaͤftigung gewinn⸗


