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derſelben vorſichtig ſein muß.— Wenn deine Ab⸗ ſichten wohlwollend ſind,“ fuhr er fort,„ſo gab es nie eine Zeit, in der ich Freunde mehr bedurfte, oder dankbarer fuͤr Wohlwollen ſein wuͤrde. Das Schick⸗ fal Aller, die mir theuer ſind, liegt auf der Wag⸗ ſchale, und mit Welten wuͤrde ich die Botſchaft von ihrer Rettung erkaufen.“
„Ich habe geſagt, meine Macht iſt beſchraͤnkt,“ erwiederte die Stimme.„Sie kann ich im Stande ſein zu erhalten; das Schickſal Ihrer Freunde liegt außer meiner Gewalt.“
„Laß mich es wenigſtens wiſſen,“ ſagte Julian,
„und ſei es, wie es wolle, ich werde mich nicht ſcheuen, es mit ihnen zu theilen.“
„Nach wem wollen Sie ſich erkundigen?“ ſagte die ſanfte ſuͤße Stimme, nicht ohne ein Beben des Tones, als wenn die Frage mit mißtrauiſchem Straͤuben gethan wuͤrde.
„Nach meinen Eltern,“ ſagte Julian, nach ei⸗ 4 nem augenblicklichen Bedenken;„wie geht es ihnen? — Was wird ihr Schickſal ſein?“ 3*
„Es geht ihnen, wie der Feſtung, unter welcher der Feind eine verderbliche Mine gegraben hat. Das Werk mag Jahre lange Arbeit gekoſtet haben, ſolche Hinderniſſe fanden die Ingenieurs; aber


