Teil eines Werkes 
2. Band (1822)
Entstehung
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Julian ſah allerdings nur zu gut ein, daß ihm keine andre Zuflucht blieb, als ſich hoͤherer Gewalt zu unterwerfen; aber ehe er das Zimmer verließ, kniete er nieder, um ſeines Vaters Segen zu empfan⸗ gen, welchen der alte Mann nicht ohne eine Thraͤne im Auge und mit den nachdruͤcklichen Worten ihm ertheilte:Gott ſegne dich, mein Kind, und halte dich gut und treu gegen Kirche und Koͤnig, was fuͤr ein Wind auch boͤſes Wetter bringen moͤge.

Seine Mutter war nur vermoͤgend, ihre Hand uͤber ſeinen Kopf zu bewegen, und ihn mit leiſer Stimme zu bitten, nicht raſch oder ungeſtuͤm in ir⸗ gend einem Verſuch zu ihrer Rettung zu verfahren. Wir ſind unſchuldig, mein Sohn, ſagte ſie, wir ſind unſchuldig und wir ſind in Gottes Haͤn⸗ den. Dieſer Gedanke ſei unſer beſter Troſt und Schutz.

Bridgenorth gab nun Julian ein Zeichen, ihm zu folgen, und dieß that er, begleitet oder vielmehr gefuͤhrt von den zwei Wachen, die ihn zuerſt ent⸗ maffnet hatten. Als ſie aus dem Zimmer gekommen waren, und an der Thuͤre des auswendigen Saals ſich befanden, fragte Bridgenorth Julian, ob er ſich als von ſeinem Ehrenwort gebunden betrachten wolle; in dieſem Falle wuͤrde er ihn aller andern

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