280—
„Nein, beim Himmel!“ ſprach Julian, deſſen kuͤhnes und ſanguiniſches Temperament ſelten eine Schwierigkeit ſah, Etwas zu erreichen, was er wuͤnſchte.„ZJetzt ſcheiden wir freilich, aber nur, damit ich mit meiner Aeltern Einwilligung zuruͤck⸗ kommen moͤge. Sie wuͤnſchen, daß ich mich ver⸗ heirathe— in ihren letztern Briefen dringen ſie offe⸗ ner darauf; und eine ſolche Braut, als ich ihnen vorſtellen will, hat ihr Haus noch nicht geſchmuͤckt, ſeit ihm Wilhelm der Eroberer ſeine Entſtehung gab. Leb' wohl, Alexie! leb' wohl, auf eine kurze Zeit!“
Sie antwortete:„Leb' wohl, Julian! leb⸗ wohl auf immer!“
Julian war innerhalb einer Woche ſeit dieſer Unterredung auf dem Schloß Martindale, in der Abſicht, ſein Vorhaben mitzutheilen. Aber das Unternehmen, welches in einer gewiſſen Entfernung leicht ſcheint, erweiſet ſich eben ſo ſchwierig bei groͤſ⸗ ſerer Naͤhe, als das Durchwaten eines Fluſſes, der vom Weiten wie ein bloßer Bach ausſah. Es fehlte nicht an Gelegenheiten, den Gegenſtand zur Sprache zu bringen; denn bei dem erſten Ritt, welchen Ju⸗ lian mit ſeinem Vater machte, fing der Ritter wie⸗ der an, von ſeiner Verheirathung zu ſprechen, und uͤberließ ihm ſelbſt gern voͤllig die Wahl der Perſon, nur unter der ſtrengen Bedingung, daß ſie von ei⸗
—
—


