14 laſſen würde, daß man mich ungeſtraft ermorden oder gefangen halten könnte; auch ihre Habſucht ſuchte ich durch eine Belohnung zu reitzen, die ich ihnen verſprach, wenn ſie mich los laſſen wollten. Ein zor⸗ niges Gelächter war die Antwort, die mir auf meine Drohungen ward; meine Verſprechungen ſchienen mehr Eindruck zu machen, denn ſie flüſterten zuſammen als ſchwankten ſie, ſo daß ich meine Anerbietungen wie⸗ derholte und vergrößerte. Aber ein Reiter, der plötz⸗ lich erſchien, und den Fußgängern Schweigen gebot, näherte ſich dem Fuhrwerke und ſagte mit ſtarker ent⸗ ſchloſſener Stimme:„Junger Mann, es ſoll Euch perſönlich nichts zu Leid geſchehn. Wollt Ihr Euch ſtill und ruhig verhalten, ſo könnt Ihr auf gute Be⸗ handlung zählen; verſucht Ihr es aber, dieſe Leute von Ihrer Pflicht abwendig zu machen, ſo will ich ſol⸗ che Maaßregeln ergreifen, um Euch zur Stille zu be⸗ wegen, daß Ihr den längſten Tag Eueres Lebens dar⸗ an denken ſollt.“.
Ich glaubte die Stimme zu kennen, welche dieſe Drohungen ausſtieß; aber in meiner Lage konnte mein Gedächtniß natürlich nicht ſehr zuverläſſig ſeyn. Ich begnügte mich alſo zu antworten.„Wer Ihr auch ſeyn möget, der mit mir ſpricht, ſo nehme ich ja nur das Recht des niedrigſten Gefangenen in Anſpruch, den man geſetzlich keinem größeren Zwange unterwerfen kann als der zur Sicherung ſeiner Perſon nöthig iſt. Ich bitte nur, daß die Banden, welche mich ſo grauſam


