Teil eines Werkes 
16. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 2. Bändchen (1826)
Entstehung
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117 ſagte alſo ſeinem gelehrten Freunde, daß obſchon ſein Sohn ſich von der Hitze im Gerichtshof und von dem anhaltenden Studium bei Tag und Nacht unwohl be⸗ funden haͤtte, er doch gluͤklicher Weiſe ſo weit wieder hergeſtellt ſey, daß er im Stande geweſen waͤre, einem ploͤtz ichen Ruf aufs Land Folge zu leiſten, welcher eine Sache auf Leben und Dod betraͤfe.

Es muß wirklich eine wichtige Sache ſeyn, die meinen jungen Freund in dieſem Augenblick abruft, ſagte der gutmuͤthige Decan,Ich haͤtte gewuͤnſcht, daß er ſeine Rede vollendet haͤtte, um den alten Lougy ganz zu Boden zu werfen. Ohne Complimente, Mr. Fairford, es war eine ſo ſchoͤne Antrittsrede als ich nur je hoͤrte, nur thut es mir leid, daß Ihr Sohn ſie nicht in der Ruͤckantwort ergaͤnzte. Es iſt doch am Beſten wenn man das Eiſen ſchmiedet, ſo lange es noch heiß iſt.

Mit bitterer Miene ſtimmte Mr. Saunders Fair⸗ ford einer Meinung bei, die nur zu ſehr auch die ſei⸗ nige war; doch antwortete er klüglich:Das Geſchaͤft, welches die Gegenwart ſeines Sohnes auf dem Lande unumgaͤnglich noͤthig mache, betraͤfe die Angelegen⸗ heiten einev ſehr reichen jungen Herrn, der ein ver⸗ trauter Freund Alans ſey, und der nie einen wichti⸗ gen Schritt unternaͤhme, ohne ſeinen rechtsgelehrten Freund zu Rath zu ziehn.

Gut, gut, Mr. Fgirford, Sie muͤſſens am be⸗ ſten wiſſen antwortete der gelehrte Dekan.Iſt Tod oder Heirath im Spiele, ſo muß man freilich vor einem Deſtament oder vor Ehepaften alles andere liegen laſ⸗ ſen. Mich freut es recht herzlich, daß Mr. Alan ſo weit wieder hergeſtellt iſt, daß er eine Reiſe unterneh⸗ men kann, und wuͤnſche Ihnen einen freundlichen gu⸗ ten Morgen.

Da er mit dem Decan der Facultaͤt ſo gut durch⸗ gekommen war, ſo ſchrieb Mr. Fairford den drei Rich⸗ tern ſchnell Antwort und erzaͤhlte Alans Abreiſe auf