92 nen Freunden vielleicht keinen dummer verurſacht ha⸗ ben wuͤrde, wenn er oͤtter Gaſtmaͤler gegeben haͤtte, da ſein Keller eine Auswahl alter Weine entbielt, mit denen er, jedoch nur bei ſeltenen Gelegenheiten, nicht
eizte.
3 Das einzige Vergnuͤgen, das der gutmuüthige altmo⸗ diſche Mann, außer dem, das ihm die punktliche Be⸗ ſorguns eeiner taͤglichen Beſchaͤftigung gewaͤhrte, ge⸗ noß, war die Hoffnung, daß ſein Alan, die einzige Frucht einer Ehe, welche der Dod fruh wieder aufloͤßte, das erreichen moͤchte, was in den Augen ſeines Va⸗ ters die hoͤchſte Auszeichnung war— den Rang und den Ruhm eines praktiſchen Juriſten.
Jeder Stand hat ſeine eigenen Begriffe von Ehre; ſo hatte auch der alte Fairford die Anſichten des ſeinigen ſo fehr eingeſogen, daß er durchaus nichts anders in Werth hielt, als das Ziel welches der Ehr⸗ geiz ſeines eigenen Berufs ihm darbot. Er haͤtte geſchaudert, wenn ſich Alan den Ruhm des Helden, er haͤtte vor Zorn gelacht, wenn er ſich den eben ſo unfruchtbaren Lorbeer⸗Kranz des Dichters errungen haͤtte; nur auf der Bahn der Jurisprudenz wollte er ihn hoch ſteigen ſehn, und die Wahrſſcheinlick keit ſeines glücklichen oder ungluͤcklichen Erfolgs waren die Gedanken ſeines Vaters bei Tag, und Nachts ſein Traum.
Alan Fairford's Anlagen und Talente mußten die Hoffnungen ſeines Vaters noch bedeutend erhoͤhn. Er beſaß Schnelligkeit der Faſſungskraft, verbunden
mit der Gewohnheit eines anhaltenden, unermudeten
Studiums, die durch die ſtrenge Zucht im Hauſe ſei⸗ nes Vaters noch erhoͤht ward, der er ſich, im Allge⸗ meinen, mit dem beſten Willen unterwarf; er fuhlte keinen Wunſch, haͤufigere und groͤßere Freiheiten zu genießen, als ſolche, die mit ſeines Vaters aͤngſtlicher Strenge, wohl beſtehen konnten. Wenn er aber ja hin und wieder einmal an jugendlichen Ausgelaſſen⸗ heiten Theil nahm, ſo war ſein Vater ſo nachſichtig, 7
.


