Dabei ſpruͤhten ſeine Augen vor Luſt bei dem heimlichen Gelage, und ſeine Züge, die ſtets einen boohaften Aus⸗ druck haben, verriethen voͤllig, wie ſuͤß geſtohlenes Waſ⸗ ſer und Brod, geheim gegeſſen, ſey.. b
Im Stand der Mannsperſon und des Frauenzim⸗ mers, die dem Benjie bei ſeinem froͤhlichen Mahle Ge⸗ ſellſchaft leiſteten, konnte man ſich nicht irren. Des Mannes langer, loſe anliegender Ueberrock, der Kaſten der Geige mit dem Tragriemen, der neben ihm lag, und ein kleiner Schnappſack, der einige wenige nothwendige Dinge enthalten mochte; ein klares graues Auge; Zuͤge, die Spuren ſtürmiſcher Kaͤmpfe tragend, dennoch den Ausdruck wilder, ſorgenloſer Freuden bezengten, und welche jetzt von der Ausuͤbung der Kunſt erhitzt waren, die ihm ſeinen Lebensunterhalt verſchaffte— alles ver⸗ kuͤndigte einen der peripathetiſchen Juͤnger des Orpheus, die man im gemeinen Leben wandernde Bierſiedler nennt. Als ich ihn aufmerkſamer betrachtete, bemerkte ich deutlich, daß, wenn ſchon die Augenlieder des ar⸗ men Muſikers offen ſtanden, den Augen ſelbſt doch das Licht fehlte, und daß die Entzuͤckung, mit welcher er ſie gen Himmel wendete, nur von dem anſcheinenden Aus⸗ druck ſeiner inneren Bewegung herkam, daß aber die ſichtbaren Gegenſtaͤnde rings umher ihnen keinen Stuͤtz⸗ punkt verliehen. Neben ihm ſaß ſeine weibliche Gefaͤhr⸗ tin, gekleidet in einen Maͤnnerhut, einen blauen Ueberrock, der ebenfalls ein Mal einer maͤnnlichen Gar⸗ derobe angehoͤrt haben mochte, und in einen rothen Leibrock. Sie war in Perſon und Kleidern reinli⸗ cher, als es bei Wanderern dieſer Art gewoͤhnlich der Fall iſt; und da ſie in ihren guten Tagen eine ſtattliche Putzdame geweſen war, ſo unterließ ſie es auch jetzt noch nicht, ihrem Anzuge einige Sorgfalt zuzuwenden, ſie trug ein breites Halsband von Bernſtein, ſilberne Ohr⸗ ringe, und ihr Kleid war uͤber der Bruſt mit einer Spange von demſelben Metall befeſtiat.
Auch der Mann ſah, ſeiner gewoͤhnlichen Kleidung ungeachtet, recht reinlich aus, hatte ein ordentliches


