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iſt's auf das Gewiſſen gelegt, nicht mir. Haͤlt ſie’s fuͤr erlaubt, vor Gericht zu erſcheinen und ihre Hand aufzuheben fuͤr dieſe arme Verſtoßene — nun, ſo will ich gewiß nicht ſagen, ſie waͤre vom rechten Wege abgewichen, und wenn nicht— Er hielt inne, und eine unausſprechliche Angſt
verrieth ſich in ſeinen krampfhaft verzogenen Zuͤ⸗ gen; aber die Regung unterdruͤckend, fuhr er fort: „Und wenn nicht— Gott verhuͤte, daß ſie auf mein Geheiß des Abfalles ſchuldig werde! Ich will das zarte Gewiſſen des einen Kindes nicht verletzen— nein, und koͤnnte ich auch das Leben des andern dadurch retten.“
Ein Roͤmer haͤtte, durch andre Gefuͤhle und Beweggruͤnde beſtimmt, aber nicht mit helden⸗ muͤthigerm Pflichtgefuͤhle, ſeine Tochter dem Tode geweiht.
Ende des zweiten Theiles.


