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beleidigten Gottheit zu treten, mit einem Her⸗ zen, worin boͤſe Leidenſchaften gaͤhren, mit einer Hand, die noch warm von dem Stahle iſt, den Ihr mit eurer beßten Kunſt und Bosheit gegen die Bruſt eines Mitmenſchen gerichtet habt. Und waͤret Ihr der, nicht minder un⸗ gluͤckliche Ueberlebende, und haͤttet in eurem Her⸗ zen die Schuld Kains, des erſten Moͤrders, und ſein Zeichen auf eurer Stirne— jenes Zeichen, das Alle, die ihn anblickten, mit unausſprech⸗ lichem Entſetzen erfuͤllte, und wodurch der Moͤr⸗ der Allen offenbar wird, die ihn anſehen— Bedenket—
Der Fremde zog ſich allmaͤhlig von der Hand ſeines Ermahners zuruͤck, und den Hut auf die Stirne druͤckend, unterbrach er ihn: „Eure Abſicht, mein Herr, mag wohl vorxtreff⸗ lich ſein, aber euer guter Rath iſt weggewor⸗ fen. Ich bin nicht in der Abſicht hier, gegen irgend Jemanden Gewaltthaͤtigkeit zu uͤben. Ich mag boͤſe genug ſein— nach Euch Prieſtern ſind's ja alle Menſchen— aber ich bin hier in der Abſicht, ein Leben zu retten, und nicht eins zu zerſtoͤren. Wollt Ihr eure Zeit lieber daran wenden, eine gute Handlung zu thun,


