38 ſo zahlreiche Menge nur in einer Abſicht verſam⸗ melt, welche den tiefſten Kummer in ihr aufge⸗ regt, und jenen Laͤrm geſtillt haͤtte, der bei allen gewoͤhnlichen Gelegenheiten aus ſolchem Zuſam⸗ menlauf entſteht; aber bei einem Blicke auf ihre Geſichter wuͤrde er alsbald aus dem Irrthume ge⸗ kommen ſein. Die zuſammengedruͤckte Lippe, die finſtre Stirne, das ernſte und flammende Auge faſt jedes Menſchen, den man anſah, wa⸗ ren der Ausdruck von Leuten, die an dem An⸗ blicke vollzogener Rache jubelnd ſich weiden woll⸗ ten. Die Erſcheinung des Verbrechers wuͤrde ver⸗ muthlich das Volk etwas guͤnſtiger gegen ihn ge⸗ ſtimmt haben, und vielleicht haͤtte es im Augen⸗ blicke des Todes dem Manne verziehen, gegen welchen es ſo heftig erbittert war; aber ſeine Wandelbarkeit ſollte, nach des Schickſals Fuͤgung, nicht auf eine ſolche Probe geſtellt werden. Die gewoͤhnliche Stunde der Ankunft des Ver⸗ brechers war bereits ſeit einigen Minuten voruͤber, aber noch immer bemerkten die Zuſchauer kein Zeichen ſeiner Annaͤherung.„Wollte man's wa⸗ gen, die oͤffentliche Gerechtigkeit zu betruͤgen?“ fragten die Anweſenden unruhig einander. Die erſte Antwort war immer dreiſt und beſtimmt:
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