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beiden Söhne; ſie wurden zu Stirling verhoͤrt und wegen Mißbrauch des koͤniglichen Anſehens verurtheilt. Sie wur⸗ den alle drei auf der kleinen Anhoͤhe bei Stirling enthauptet, welche man vom Schloßhuͤgel aus noch heute ſehen kann. Der Regent muß von dieſem Richtplatze aus, eine große Aus⸗ 8 ſicht, beſonders gegen das praͤchtige Schloß Doune hin, ge⸗ habt haben, welches er zu ſeiner Reſidenz erbauen ließ, und 5 die Soͤhne haben ohne Zweifel ſehr bereut, daß ſie ihrem Va⸗-⸗ ter nicht die gehoͤrige Achtung erwieſen, und auch darauf nicht achteten, als er ihnen ſagte, er wolle einen holen, dem ſie Alle gehorchen müſſen.. Jakob richtete bald ſein Augenmerk auf die Hochlande,
welche ſich in einem ſchrecklich zerruͤtteten Zuſtande befanden. Er marſchirte mit einem betraͤchtlichen Corps in dieſe unru⸗ hige Provinz und verhaftete mehr als vierzig ihrer Haͤupter, durch welche die Fehden und Streite fortwaͤhrend unterhalten worden waren, verurtheilte mehrere zum Tode und noͤthigte viele, Bürgſchaft zu leiſten, daß ſie in Zukunft ruhig ſenn wollen. Allaſter Macdonald, Lord von den Inſeln, verſuchte— das koͤnigliche Anſehen zu ſchmaͤlern, aber die von Jacob gee gen ihn ergriffenen Maßregeln ſchwaͤchten ſeine Macht ſo ſehr, daß er ſich am Ende dem Koͤnig auf Gnade und Un⸗ gnade ergeben mußte. Zu dieſem Endzweck kam der gedemuͤ⸗ thigte Haͤuptling heimlich nach Edinburgh und erſchien am Oſter⸗ tag ploͤtzlich in der Hauptkirche, als der Koͤnig ſeine Andacht dort verrichtete. Er hatte weder eine Kopfbedeckung auf dem Haupte, noch Waffen oder andere Auszeichnungen an, ſeine Arme und Beine entbloͤßt und ſeinen Koͤrper nur mit einem Faltenrock bedeckt. Auf dieſe Art unterwarf er ſich perſoͤnlich dem Koͤnig; in der einen Hand trug er ein gezogenes Schwert an der Spitze und uͤberreichte dem Koͤnig deſſen Griff, zum


