Teil eines Werkes 
2. Band (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

232

gang„feiner Damen,“ zu, das ihre Wirthin, ſowohl aus einem Gefuͤhle ſittlicher Schicklich⸗ keit, als aus Hoͤflichkeit laut unterſtuͤtzen zu muͤſ⸗ ſen glaubte.

„Wiſſen Sie, Frau Hutchen, daß Landdamen und haushaltende Damen vielen Unſinn von uns„feinen Damen“ ſprechen,“ ſagte Lady Harriette. 8

„Ich bitte Sie tauſendmal um Verzeihung, Lady Harriette. Ich vermaß mich nie, Eure Gnaden, mit Ihrer. Thaͤtigkeit und Ihren Ta⸗ lenten, unter dieſe Klaſſe zu rechnen.“ 3

„Ich mache fuͤr mich ſelbſt auf dieſen Titel

Anſpruch, Frau Hutchen. Ich bin ſicherlich. eine„feine Dame“, wenn es ein ſolches Ding⸗

gibt; denn ich bin, wie die Graͤfin weiß, ſehr

muͤſſig; wie jedermann weiß, ſehr verſchwende⸗ riſch, und wie ich anzuerkennen bereit bin,

ganz unnuͤtz, und doch will ich, trotz der fuͤnf⸗ hundert Baͤnde, die erſchienen ſind, um Ihnen

zu ſagen, was fuͤr eine eitle Welt bie Modewelt⸗ iſt, zu behaupten wagen, daß ſie weder ſo fri⸗ vol, ſo ſelbſtſuͤchtig, oder auch ſo muͤßig iſt,

als die vereinte Autoritaͤt und Weisheit derſel⸗

ben vorgeben. Unſere Beſchaͤfligungen moͤgen geringfuͤgig ſeyn, aber, der Himmel weiß es,

wir arbeiten hart genug in unſerem Berufe. Das Leben einer Tageloͤhnerin iſt ſchwelgeriſche

Ruhe gegen das Leben einer modiſchen Standes⸗ frau, die, um ihren Platz zu behaupten, mehr Baͤnde durchleſen muß, als ein Kritiker— mehr ſpielen, als ein Muſiklehrer— zwanzigmall

—

—