Loͤſegeld zu geben. Nehmt dieß dafuͤr“”“—
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„Elendes Weib, wollt ihr pluͤndern?“ rief Eliſabeth, indeß ihr Geiſt ſich uͤber ihre Be⸗ ſorgniſſe erhob.„Folgt mir, wohin ich gehe, und wenn ihr Unterſtuͤtzung beduͤrft, ſo ſoll ſie euch reichlich zu Theil werden; allein ich bin gewohnt, mir weder drohen, noch mich ein⸗
ſchuͤchtern zu laſſen.“
„So ſey dieß mein Lohn,“ erwiederte das Weib, ihre kuͤhnen Finger um eine Locke Haar wickelnd, die, ihrer Haft entſchluͤpfend, auf Eliſabeths Schulter ſpielte.
„Sie iſt ein tolles, armes Geſchoͤpf!“ war jezt Eliſabeths Gedanke; und ihre Beſorgniſſe nahmen eine andere Richtung.„Sie iſt wahn⸗ ſinnig: haͤtte ſie die Abſicht gehabt, zu rau⸗ ben— ein Weib, ein anderes berauben!— ſo wuͤrde ſie nicht ſo gezoͤgert haben.“
Liſabeth ſah ſich umſonſt nach ihrem zoͤgern⸗ den Begleiter um. Die Schatten des Abends fielen duͤſter— es war faſt ſtockfinſter— kein Gegenſtand konnte mehr in einer Entfernung von zehn Schritten unterſchieden werden— und das kuͤhne ſchwarze Auge des Weibes flammte aus der Dunkelheit wie eine ungluͤck⸗ kuͤndende Sache hervor.
„Dieſe Haarlocke iſt nur ein armer Lohn,“ ſagte Eliſabeth, vor dem Gedanken zuruͤckbe⸗ bend, einer tollen Landſtreicherin eine Gabe,
die, ſo unbedeutend ſie auch war, doch ei⸗
nen Theil von ihr ſelbſt ausmachte, als ein


