Teil eines Werkes 
1. Theil (1821)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

304

Bruͤder laͤchelten. Der Ritter bat nun auch den Abt, den Becher zu nehmen und ihm Beſcheid zu thun, aber mit Kopfſchuͤtteln erwiederte der Moͤnch:Es iſt heute nicht der Tag fuͤr den Abt des Marienkloſters, leckere Speiſen zu eſſen und Suͤßes zu trinken. In Waſſer aus dem Marien⸗ born, ſetzte er hinzu, den Becher fuͤllend: thu' ich Dir Beſcheid, mein Bruder, und wuͤnſche Dir alles Gluͤck, und vor allen Dingen eine klare Erkenntniß deiner geiſtigen Irrthuͤmer.

Und Dir, mein lieber Eduard, erwiederte Halbert, wuͤnſch' ich freien Gebrauch deiner eige⸗ nen freien Vernunft, und die Erfullung wichti⸗ gerer Pflichten, als mit dem leeren Nahmen ver⸗ bunden ſind, den Du heute unbeſonnen ange⸗ nommen.

Die Bruͤder ſchieden, tief bewegt, und doch fuͤhlte Jeder, der eigenen Meinung vertrauend, ſich etwas leichter, als der Andre ſich entfernt hatte, den er ſo ſehr achtete, und⸗ mit welchem er ſo wenig einſtimmen konnte.

Alsbald hoͤrte man die Trompeten des Ritters von Avenel, und der Abt ſtieg auf einen Thurm,