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die Koͤniginn am Abend des naͤchſten Tages nach dem Schloſſe Lochleven zu bringen, das auf einer kleinen Inſel in einem gleichnahmigen See in der Grafſchaft Kinroß liegt. Das Schloß gehoͤrte einem nahen Verwandten des Grafen von Morton, Wilhelm Douglas, wel⸗ cher mit Margaretha Douglas, der Tochter des Lords Erskine und Mutter des Grafen von Murray, vermaͤhlt war. Dieſe ſtolze Frau, von rohen Sitten, haßte ihre ungluͤckliche Gefangene unver⸗ ſoͤhnlich, und ruͤhmte ſich ſtets, daß ſie die recht⸗ maͤßige Gemahlinn Jakobs V. geweſen ſey. Ma⸗ ria erduldete unter dieſer ſtrengen Waͤchterinn alle Leiden der haͤrteſten Gefangenſchaft, welche ſie durch die Kunſtfertigkeiten, die ſie in gluͤcklichern Tagen ſich erworben, zu mildern ſuchte. Hier ſoll ſie einige der Lieder, die man ihr zuſchreibt, gedichtet und zur Laute geſungen haben. Lochleven iſt einer der ſchoͤnſten ſchottiſchen Seen, nicht ſo groß als der herrliche Lochlomond, doch mit anmuthigen Ufern umkraͤnzt, ungefaͤhr vier engliſche Meilen lang, faſt eben ſo breit und von zwoͤlf engliſchen Meilen im Umfange. Oeſtlich


