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den Tyrannen und Bedrücker, den Cardinal Beaton“*). 8
«Ich gestehe Euch,“ versetzte Morton, daſs ich noch mehr Abscheu gegen kaltblütige, vor- herbedachte Grausamkeit fuhle, als gegen die, welche in der Gluth des Eifers und des Zornes verübt wird.“
«Du bist noch ein Jüngling,“ entgegnete Bal- four,«und weifst noch nicht, wie leicht in der Wagschale einige Tropfen Blut sind, im Ver- gleich mit dem Gewicht und der Bedeutung dieses grofsen Zeugnisses eines ganzen Volkes. Aber sey unbesorgt! Du selbst sollst stimmen und richten in diesen Dingen; vielleicht werden wir wenig Veranlassung finden, darüber zu streiten.“
Mit diesem Versprechen mufste sich Morton für jetzt begnügen, und Burley verliefs ihn, in- dem er ihm rieth, sich niederzulegen und etwas
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²) David Beaton, seit 153:) Erzbischof von St. An- dreas, wollte sich 1542 durch ein untergeschobnes Testament der Vormundschaft über Marien Stuart bemächtigen, ward aber von Jakob Hamilton, Gra- fen von Arwan, verdrängt, behielt indessen immer noch grofsen Einflufs. Er zog sich den allgemeinen Hafs zu. Im Jahre 1546 ward er auf seinem Schlosse von 16 Verschwornen, unter der Anführung des von ihm beleidigten Edelmannes Leslie, ermordet-


