sich zu keiner von den Partheyen hielt, welche das Reich theilten, so hielt man ihn fur stumpf, unempfindlich und unempfänglich für die Ge- fühle der Religion und der Vaterlandsliebe. Kein Schlufs hätte jedoch ungerechter seyn können; und die Neutralität, die er bisher beobachtet, hatte ihre ganz andern, höchst preiswürdigen Bewegungsgründe. Er hatte mit Wenigen der Verfolgten eine genauere Verbindung angeknüpft, und war sowohl durch ihren engherzigen, selb- stischen Partbeygeist, als durch ihre finstere Schwärmerey, ihre verabscheuende Verdammung aller schönen Wissenschaften, aller unschuldi- gen Vergnügungen, und den giftigen Croll ihrer politischen Feindschaften, von ihnen zurück- gescheucht worden. Aber sein Gemüth wurde noch mehr empört durch das gewaltthätige, be- drückende Betragen der Regierung, durch die Unordnung, Zügellosigkeit und Brutalität des Kriegsvolks, durch die Hinrichtungen auf dem Bluigcriiste, die Metzeleyen im offenen Felde, die Einquartierung und Erpressungen nach dem Kriegsrecht, wodurch Leben und Gäter eines freyen Volkes denen Asiatischer Sclaven gleich- gestellt wurden. So die Ausschweifungen beyder Partheyen gleich verdammend, des Anblicks von Uebeln übersatt, denen er nicht abzuhelfen ver- mochte, abwechselnd Klagen und Frohlocken hörend, und in beyden nicht einstimmen kön-
Teil eines Werkes
39. Bändchen, Der Alterthümler : Roman in vier Theilen : 12. Theil (1823) The antiquary
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