Ihr dürft alles fordern, Lord Evandale, was schwesterliche Zuneigung gewähren kann.“
«Und ist dies alles,“ fuhr er fort,«was Ihr für meine Liebe im Leben, für mein Andenken im Tode habtb
„Sprecht nicht so, Lord Evandale!“ versetzte Edithe. Ihr betrübt mich und thut Euch selbst unrecht. Es gibt keinen Freund, den ich höher schätze, oder dem ich williger jeden Beweis von Achtung gewähren wollte— wenn nicht— aber“—
Ein tiefer Seufzer hinter ihr unterbrach sie. Sie wendete sich schnell, ehe sie noch das letzte Wort hatte aussprechen können, und noch un- schlüssig, wie sie die Ausnahme auszudrücken hätte, die ihre Rede beschliéſsen sollte, gewahrte sie plötzlich, daſs Morton sie gehört, der schwer gefesselt, und von Soldaten bewacht, gerade hin- ter ihr weg geführt ward, um Claverhouse vor- gestellt zu werden. Als ihre Augen einander begegneten, schien der schmerzliche, vorwurfs- volle Ausdruck von Mortons Blick ihr zu verrathen, däſs er einen Theil ihres Gesprächs gehört, und ihre Worte gemifsdeutet habe. Dies fehlte noch, um ihren Kummer und ihre Verwirrung aufs Höchste zu treiben. Das Blut stieg ihr bis an die Stirn, und trat ihr dann wieder plötzlich an das Herz, daſs sie bleich wie der Tod dastand. Dieser Wechsel entging Evandales Beobachtung


