24 Eſslust der Cäste stimmte vortrefflich zu der Pracht und Reichlichkeit der Bewirthung: kein zimperliches Kosten und knabenhaftes Nippen— wohl aber jenes rüstige und heharrliche Kinn- backenspiel, das durch frühe Morgenritte auf rauhen Wegen am besten zu lernen ist.
Frau Margarethe sah mit Vergnügen die Spei- sen, die sie so reichlich angeschafft, mit solcher Bchendigkeit sich in die Mägen ihrer verehrten Cäste versenken, und fand wenig Gelegenheit, an einem Andern, als an Claverhouse selbst, jenen nöthigenden Zwang zum Essen zu üben, mit dem, nach der Sitte der damaligen Zeit, die Damen ihre Cäste zu martern pflegten.
Der Führer allein war mehr darauf bedacht, Fräulein Bellenden, neben welcher er saſs, höf- lichst zu unterhalten, als scine Efslust zu befrie- digen, und schien auf die köstlichen Schüsseln vor ihm wenig zu achten. Edithe hörte, ohne Antwort, die galanten Worte an, die er an sie richtete, und mit einer Stimme aussprach, klang- reich und biegsam, gleich geschickt, in die lei- sen Töne einer anziehenden Unterhaltung hinzu- schmelzen, als durch das Schlachigelöse zu dringen«laut wie die Drommete mit silbernem Klang.“
Der Gedanke, dafs sie neben dem furchtbaren Manne saſs, an dessen Ausspruch das Leben Heinrich Mortons hing, die Erinnerung an den


