ritt er gemächlich dahin auf dem Wege nach Schlofs Tillietudlem.
Unterwegs fafste er den vorsichtigen Entschlufs, der alten Dame, deren eingewurzelten Hafs ge- gen Presbyterianer aller Art er kannte, nichts von dem Stande und den Verhältnissen des CGe- fangenen, welcher innerhalb ihrer Mauern be- wacht wurde, zu sagen, sondern zu versuchen, ob er, durch seinen eignen Einfluſs auf Claver- house, Mortons Befreyung bewirken könne.
«Ein so loyaler Mann, wie er ist, wird ja für einen alten Edelmann, wie ich bin, etwas thun,“* dachte er bey sich selbst, und wenn er ein so guter Soldat ist, als die Welt es von ihm rühmt, so wird's ihm lieb seyn, dem Sohn eines alten Kriegsmannes dienen zu können. Ich habe nie einen rechten Soldaten gekannt, der nicht ein offenherziger, ehrlicher Kerl gewesen wäre, und ich denke, es wäre tausendmal besser, wenn die Vollstreckung der Gesetze Kriegsleuten an- vertraut wäre, als schachernden Rechtsgelehrten und Dummköpfen von Landjunkern;'s ist frey- lich traurig, daſs man nöthig gefunden hat, sie so streng zu machen!?
In solchen Betrachtungen wurde der Major Bellenden von dem Kellermeister Gudyill unter- brochen, der, noch halb im Rausche, des Pferdes Zügel fafste, und ihm auf dem schlecht gepflaster- ten Hoſe». Tillietudlem absteigen half.


