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jährlich nach einer Vorschrift, die er von seinem mehrfach erwähnten Ahnherrn, Aldobrand Old- buck, ererbt hatte, bereiten liefs. Die beyden Fräulein boten indefs Lovel ein einladenderes Frühstück dar, und richteten, während er es mit ihnen genoſs, eine Menge verblümter Fragen an ihn, wie er die Nacht zugebracht habe.
«Ich dächte, Bruder,“ sagte Criselda,«Herr Lovel sähe heut nicht ganz wohl aus. Er wird es uns nicht eingestehen wollen, ob er in seiner nächtlichen Ruhe gestört worden. Aber er sieht wahrlich sehr blafs aus, und als er zu uns kam, blühte er wie eine Rose.“
«Sieh, Schwester, diese Rosen hat das Meer und der Wind gestern abgeschlagen, wie ein Bü- schel Meergras oder Seekrapp. Wie, zum Hen- ker, hätt' er dabey seine Farbe behalten sollen ⁵'
«Ich bin allerdings noch ein wenig müde,“ sagte Lovel,«aller Bequemlichkeiten ungeachtet, die ich Ihrer Castfreundschaft verdanke.“
0O Herr Lovel,“ enigegnete das Fräulein mit schlauem Lächeln;«Sie wollen uns nur aus Höf- lichkeit nicht gestehen, was Sie belästigt hat.“
«Ich habe wirklich keine Störung gehabt, mein Fräulein,“ versctzte Lovel;«denn die Musik, womit eine gütige Fee mich beglückte, darf ich nicht mit diescn Namen bezeichnen.“
«Ich hab's mir wohl gedacht, dafs Marie Sie mit ihrem Geklimper aufwecken würde. Sie
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