21 gefürchtet hatte. Den Jüngling, der ſich ſo vielen Ge⸗ fahren blos ſtellte, um Ruhm zu gewinnen, beinahe ebenſo ſehr bewundernd, als die Dichter, welche der Helden Ruhm durch unſterbliche Lieder verherrlichten, drückte er ſeinen Enkel ans Herz, und verſicherte ihn, daß er, René, zehntauſend Kronen beſitze, die ihm theil⸗ weiſe oder ganz zu Dienſten ſtehen, wodurch er die Wahrheit deſſen bekundete, was man von ihm zu ſagen pflegte, daß er nämlich nicht zwei Gedanken zu gleicher Zeit zu faſſen im Stande ſey.
Wir kehren nun zu Arthur zurück, der, ſowie der Königin Geheimſchreiber Mordaunt, nicht wenig er⸗ ſtaunt war, als der Graf von Vaudemont, der ſich Herzog von Lothringen nannte, von einem hochgewach⸗ ſenen, kräftigen Schweizer mit gewichtiger Hellebarde gefolgt, ins Vorzimmer trat, wo ſie Wache hielten. Der Prinz nannte ihm ſeinen Namen, und Arthur glaubte ſich nicht befugt, ihm den Eintritt zu ſeinem Großvater und ſeiner Muhme zu verweigern, beſonders da, wie voraus zu ſehen war, Widerſpruch einen Streit veranlaßt haben würde. In dem ſtämmigen Hellebar⸗ dier, der ſo klug war, im Vorzimmer zu bleiben, er⸗ kannte Arthur zu ſeinem nicht geringen Erſtaunen Sigmund, der, nachdem er ihn einige Zeit mit großen Augen angeſehen, mit einem lauten Freudenruf auf ihn zueilte, und ihm ſagte, wie ſehr es ihn freue, ihn hier zu treffen, weil er ihm wichtige Nachrichten mit⸗ zutheilen habe. Es wurde Sigmund immer ſchwer, ſeine Gedanken zu ordnen; jetzt waren ſie durch die


