38 „Wie Ihr wollt,“ gab der Herzog zur Antwort. „So ſollen alſo,“ fuhr der Prieſter von St. Paul
fort, vein Geiſtlicher, ein Edler und ein freier Bür⸗
ger Eure Hoheit nach einander aureden, denn wir ſind
zwar im Allgemeinen einverſtanden, wofür Gotk ge⸗ dankt ſey, der Brüder in Eintracht unter einander
wohnen läßt; es hat jedoch ein jeder Stand ſeine be⸗ ſonderen Gründe, die ihn zu ber allgemeinen Anſicht hingeleitet haben.“,
„Wir wollen Euch nach eiiander anhören, erwiederte Karl, ſetzte den Hut wieder auf, und warf ſich nach⸗ läßig in ſeinen Seſſel zurück; die Edeln unter der Ver⸗ ſammlung bedeckten ſich gleichfalls.
Nachdem der Herzog ſich wieder geſetzt hatte, ſtan⸗ den die Abgeordneten wieder auf, und der Prieſter von St. Paul trat vor und redete ihn alſo an:
„Edler Herzog, Eure treue Geiſtlichkeit hat den An⸗ trag Eurer Hoheit, zum Behufe eines Kriegs mit den verbündeten Schweizer⸗Kantonen das Volk zu beſteuern, in Erwägung gezogen. Dieſer Krieg, edler Herr, er⸗ ſcheint Eurer Geiſtlichkeit ungerecht von Seiten Eurer Hoheit, und ſie kann nicht hoffen, daß Gott die Waf⸗ fen derer, die in dieſen Kampf ziehen werden, ſegnen
werde. Sie hat ſich daher genöthigt geſehen, Euer
Hoheit Antrag zu verwerfen.“
Mit finſterem Ausdruck hafteten des Herzogs Agen
auf dem Ueberbringer der unangenehmen Botſchaft.
Er ſchüttelte den Kopf mit einem ſtrengen, drohenden


