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„Die Frage, Herr Herzog, hat das Schwert zu entſcheiden, und Ihr habt ja in Sachen, die bei Wei⸗ tem nicht ſo wichtig waren, Ludwig ſchon mit Gluͤck widerſtanden. Wenn Ihr den jungen Grafen von Richmond in Stand ſetzt, ſeine Unternehmung gluͤck⸗ lich auszufuͤhren, ſo ſollen Euch dreitauſend engliſche Bogenſchuͤtzen als Unterſtuͤtzung zukommen, und muͤßte ich ſelbſt, in Ermanglung eines Beſſeren, ſie Euch zufuͤhren.“ „kin nicht zu verachtendes Huͤlfsheer,“ ſprach der Herzog,„das durch Eure letztere Zuſage noch mehr Werth erhaͤlt. Ihr waͤret mir willkommen, edler Graf, und kaͤmet Ihr nur mit dem Schwert an der Seite und einem einzigen Diener; denn ich kenne Euren Muth und Eure Ein ſicht. Doch kommen wir auf unſere Angelegenheit zuruͤck. Verbannte, ſelbſt die weiſeſten, haben das Vorrecht, Verſprechungen zu machen, aber nicht ſelten— verzeiht, edler Graf — taͤuſchen ſie ſich ſelbſt wie ihre Freunde. Was habt ihr zu hoffen, daß ihr mich draͤngt, auf das ſtuͤrmi⸗ ſche, truͤgliche Meer eurer Buͤrgerkriege mich zu wa⸗ gen 24
Der Graf zog ein Papier hervor, und ſetzte dem Herzog den Plan der Unternehmung auseinander, die durch einen Aufſtand der Anhaͤnger des Hauſes Lancaſter unterſtuͤtzt werden ſollte, und aͤußerſt kuͤhn und verwegen, jedoch ſo gut entworfen und ſo in einander greifend war, daß ſie in jener unruhigen Zeit und unter der Leitung des im Kriege wie in


