Teil eines Werkes 
160. Bändchen = Neue Folge, 10. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 4. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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trügen, wären Worte, als: Ruhm, Ehre, Frauenliebe u. ſ. w. paſſende Wahlſprüche auf unſere blanken Schilde und hinlänglicher Grund, ein Paar Lanzen zu brechen; ja, und auf der Stechbahn würde ich, wie es einem Ritter ziemt, ob ſolchem Streit noch jetzt mein Leben wagen, wiewohl ich für dieſe Thorheiten beinahe ſchou zu alt bin. Allein, wenn wir harte Thaler auszahlen, und ein ſtarkes Geſchwader in die See gehen laſſen ſollen, ſo müſſen wir unſern Unterthanen dafür, daß wir ſie in Krieg verwickeln, einen triftigen Grund an⸗ geben können, einen Zweck, der das allgemeine Beſte oder, was daſſelbe iſt, unſer eigenes Intereſſe fördert. So gehts in der Welt, Herr Graf, und Euch die Wahrheit zu fagen, ich gedenke es auch ſo zu halten.

Da ſey Gott für, Herr Herzog, daß ich Euch ver⸗ leiten wollte, anders zu handeln, als ſich mit dem Wohl Eurer Unterthanen, das heißt, wie Euer Hoheit ſich richtig ausgedrückt haben, mit der Vergrößerung Eurer Macht und Herrſchaft verträgt. Das Geld begehren wir nicht als Geſchenk, ſondern als Anlehen, und Mar⸗ garethe will dieſe Juwelen, deren Werth Ihr kennt, bei Euch verpfänden, bis ſie die Summe, um die ſie Euch in ihrer Noth anſpricht, wieder erſtatten kann.

Ha! ha! ha! lachte der Herzog,meint unſere Baſe, wir ſollen auf Pfänder leihen, und mit ihr ſchachern wie ein Trödel⸗Jude? Indeſſen können wir die Diamanten vielleicht brauchen, Graf, denn wenn ich mich entſchlöße, in Eure Vorſchläge einzugehen, ſo könnte es geſchehen, daß ich ſelbſt borgen müßte, um