Teil eines Werkes 
159. Bändchen = Neue Folge, 9. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 3. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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Als Wein nicht, erwiederte Philipſon,einen beſ⸗ ſern Eſſig aber habe ich noch ſelten getroffen.

Dieſer Scherz ſetzte den Wirth in Wuth, und er ſchrie:Wer ſeyd Ihr, Krämer, daß Ihr es wagt, an meinem Wein etwas auszuſetzen, da er doch ſchon von ſo vielen Prinzen und Herzogen, Grafen und Rit⸗ tern des heiligen römiſchen Reichs belobt worden, de⸗ nen Ihr nicht werth ſeyd, die Schuhriemen zu löſen? Hat nicht von dieſem Weine der Pfalzgraf von Nim⸗ merſatt ſechs Pinten getrunken auf dem Stuhl, wo ich gegenwärtig ſitze, ohne vom Platz zu gehen 2

Das mag ſeyn, Herr Wirth, und der Fhrenwerthe Herr hätte meinetwegen das Doppelte trinken mögen.

Schweigt, rief der Wirth,und thut mir und dem Wein, den Ihr geſcholten habt, ſogleich Abbitte, oder ich laſſe das Eſſen erſt um Mitternacht auftragen.

Dieſe Drohung veranlaßte einen gewaltigen Lärm unter den Gäſten; alle erklärten, ſie ſeyen weit ent⸗ fernt, die ehrenrührige Meinung des Engländers zu theilen, und mehrere ſchlugen vor, der Wirth ſolle die⸗ ſen zur Strafe vor die Thüre werfen, und nicht die Andern für ſein Vergehen büßen laſſen; ſie verſicherten, der Wein ſey vortrefflich, und mehrere leerten zum Zei⸗ chen, daß ſie es aufrichtig meinen, ihre Gläſer. Wäh⸗ rend dieſer Vorſtellungen ſuchte der Bettelmönch, um den Streit zu beſchwichtigen, Philipſon zu bereden, daß er dem Wirth zu Willen wäre.

Meine werthen Freunde, ſprach Philipſon endlich, es thut mir leid, daß ich unſern ehrenwerthen Wirth